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Reformation auf dem Weg
Menschen verändern die Eine Welt
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Johanna Urieta Kazahendike

· Namibia · 1837 - 1936
Portrait Johanna Urieta Kazahendike
Das Herero-Mädchen und die Kraft der Sprache
Weltkarte - Namibia

Urietas Kazahendikes Familie stammt aus Zentral-Namibia. Sie wächst unter ärmlichen Verhältnissen auf. Sie ist erst 10 oder 11 Jahre alt, als sie zum deutschen Missionar Carl Hugo Hahn und seiner aus England stammenden Frau Emma kommt. Beide sind seit 1844 in Namibia und Urieta lebt mit ihnen auf einer Missionsstation, ungefähr 70 Kilometer nördlich von Windhoek.

Urieta arbeitet zunächst bei den Hahns als Hausmädchen, jedoch geht sie von Anfang an mit zur Schule, die das Ehepaar Hahn gegründet hatte. Am 25. Juli 1858 wird sie durch Missionar Hahn getauft und ist damit die erste Herero, die Christin wird. Als christlichen Taufnamen nimmt sie „Johanna Maria“ an. Doch geht all das nicht ohne Konflikt mit ihrer Familie: Dem Ansinnen ihrer Eltern, eine arrangierte Ehe mit einem älteren Mann einzugehen, widersetzt sie sich. Als die Hahns 1860 auf Heimaturlaub nach Deutschland fahren, kommt Johanna mit und führt auch in Gütersloh den Haushalt der Familie. Die Zeit nutzt sie außerdem zu einer sehr wichtigen Arbeit: Sie beginnt zu übersetzen – einige Passagen aus Altem und Neuen Testament sowie Luthers Kleinen Katechismus und Kirchenlieder. Damit trägt sie wesentlich dazu bei, ihrer Muttersprache Otjiherero zu einer Verschriftlichung zu helfen.

Inzwischen spricht sie nicht nur Deutsch sondern auch das Niederländisch der Kapregion, Englisch und eine weitere namibische Sprache. Sie leistet unschätzbare Zuarbeit für Missionar Hahn, der für seine linguistischen Leistungen 1873 die Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig verliehen bekommt. Zurück in Namibia heiratet sie einen Witwer mit acht Kindern – sie selbst bekommt mit ihrem Mann zusammen weitere neun Kinder. Sie arbeitet bis ins hohe Alter weiter – als Lehrerin und Übersetzerin. Sie schreibt außerdem zusammen mit ihrer Schwester Magdalena Fabeln und Geschichten in ihrer Muttersprache. Den vielen deutschstämmigen Frauen in „Deutsch-Südwest-Afrika“, hilft sie als Hebamme. Mit 99 Jahren stirbt sie am 3. Juli 1936. Namibia hält die Geschichte ihres ungewöhnlichen Lebens in Ehren und bewahrt ihr Andenken.

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